Chadwick Boseman • Abschied vom freundlichen Helden

Am 28. August 2020 hat Chadwick Boseman einen vierjährigen Kampf gegen den Krebs verloren und die Welt einen ausgezeichneten Schauspieler und guten Menschen. Wir werden ihn vermissen.

Es war die Rolle des "Black Panther", die Chadwick Boseman weltberühmt machte. Nicht nur, weil das Marvel Movie 2018 einen gigantischer finanzieller Erfolg war, sondern auch weil hier endlich ein schwarzer (Super-)Held in der Hauptrolle zu sehen war - umgeben von vielen anderen schwarzen Kämpferinnen und Kämpfern, inszeniert in der ganzen Pracht und Vielfalt afrikanischer Kultur. Ein Symbol der Stärke und Hoffnung. Und Identifikationsfiguren für so viele Menschen, die sich bislang kaum auf so selbstverständliche positive Art im Kino repräsentiert sahen.

Wie unermesslich viel das schwarzen Filmfans bedeutete, zeigt dieser herzerwärmende Clip aus der "Tonight Show", bei der Moderator Jimmy Fallon Menschen Videobotschaften für Boseman aufnehmen ließ und sie dann live mit ihrem Idol überraschte:

Nicht zu übersehen bei diesem Video: Chadwicks Herzenswärme, Empathie und sein Charisma. Drei Eigenschaften, die den 1976 in South Carolina geborenen Kreativen für eine herausragende Karriere im Schauspielfach prädestinierte.

Chadwick Bosemans erste Hauptrolle

Einen im doppelten Sinne historischen Part übernahm Boseman auch in seiner ersten Hauptrolle. In "42" spielte er an der Seite von Harrison Ford Jackie Robinson, den ersten schwarzen Baseballspieler, der in eine Major League Mannschaft aufgenommen wurde. Der 2013 veröffentlichte Film überzeugte übrigens die "Black Panther"-Macher, dass Boseman der Richtige für die Rolle des Wakanda-Königs sein könnte.

Nicht die letzten biographischen Filme mit Boseman als Hauptdarsteller: 2014 war er als Godfather of Soul, James Brown" in der Musikerbio "Get on Up" zu sehen, 2017 in "Marshal" als Thurgood Marshall, erster afroamerikanischer Richter am Supreme Court. Gesellschaftliches Engagement und eine tiefere Bedeutung mit seiner schöpferischen Arbeit zu verbinden, war ihm schon auf der Highschool ein Anliegen: Auf den gewaltsamen Tod eines Mitschülers reagierte er damals mit dem Schreiben und der Inszenierung eines Theaterstücks namens "Crossroads" an seiner Schule. Regie war auch das Fach, das er an einer historisch schwarzen Universität in Washington, D.C., studierte. Die zusätzlichen Schauspielklassen besuchte er eigentlich nur, um sich auf die Arbeit als Regisseur vorzubereiten.

Die letzten Rollen

2020 startete "Da 5 Blood" bei Streaming-Anbieter Netflix. Ein Film der schwarzen Regielegende Spike Lee. Ebenfalls bei Netflix wird das Musikerdrama "Ma Rainey's Black Bottom" zu sehen sein, in dem Boseman neben Viola Davis eine der Hauptrollen spielt. Das Startdatum steht noch nicht fest.

2019 verlobte sich Boseman mit Sängerin Taylor Simone Ledward. Die beiden heirateten wenig später heimlich.

Obama erinnert sich

Auf seinen Tod reagierte nicht nur Hollywood mit großer Trauer und Bestürzug. Auch der ehemalige Präsident Barack Obama würdigte die erstaunliche Lebensleistung Bosemans, den er persönlich kennen gelernt hatte: "Chadwick kam ins Weiße Haus  um mit Kindern zu arbeiten, als er Jackie Robinson spielte. Man sah sofort, dass er gesegnet war. Jung, begabt und schwarz zu sein. Und diese Macht zu nutzen, um ihnen einen Helden zu schenken, zu dem sie aufschauen können. Und all das, während er unter Schmerzen litt - wie gut hat er seine Jahre genutzt."

Am 30. Agust strahlte US-Sender ABS "Black Panther" ohne jede Werbeunterbrechung aus, gefolgt von einer Dokumentation mit dem Titel "Chadwick Boseman — A Tribute for a King". Auch im Internet veröffentlichte Produktionsfilma Marvel eine filmische Ehrung:

Veröffentlich am 31.08.2020