Diana Rigg • Abschied von einer Ikone

Eine Karriere wie ihre gibt es bei Schauspielerinnen selten: Diana Rigg, am 10. September 2020 in London mit 82 Jahren nach einer Krebserkrankung gestorben, wurde als junge Frau weltberühmt, spielte später James Bonds große Liebe und wurde zuletzt für ihre "Game of Thrones"-Rolle gefeiert.

Gleich drei ikonische Rollen zu landen, ist schon schwer genug. Das aber nicht nur in jungen Jahren, sondern auch noch im Alter zu erreichen, ist für die meisten Frauen in der Film- und Fernsehlandschaft ein Ding der Unmöglichkeit. Zumindest auf diesem international erfolgreichen Level und mit absoluten Kultauftritten. Die Britin hat es geschafft.

Mit Schirm Charme und Melone

Geboren wurde Diana Rigg am 20. Juli 1938 in Doncaster, England. Als Tochter eines Eisenbahningenieurs und seiner Frau wurde ihr der spätere Berufsweg nicht in die Wiege gelegt - einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie in Indien, wo die Familie einige Jahre lebte. Schauspiel studierte sie England, war 1957 erstmals auf eine Theaterbühne zu sehen.

1965 spielte sie erstmals den Part, der sie zu einem Weltstar machte: Erstaunlich gleichberechtigt und taff war sie als Agentin Emma Peel neben Kollege Patrick Macnee als John Steed in Staffel 4 und 5 der britischen TV-Serie "Mit Schirm, Charme und Melone" zu sehen und sorgte für die erfolgreichsten beiden Seasons des Formats, das 1966 erstmals synchronisiert hierzulande zu sehen war.

Der Spion, den sie heiratete

James Bond hat außer ihr keiner im Kino geheiratet: 1969 spielte sie in "Im Geheimdienst ihrer Majestät" die Frau, in die sich der ewige Damenauswechsler 007 so verliebte, dass er ihr das Ja-Wort gab. Leider währt das Glück im Film nicht lange: Kurz vor dem Abspann und bei Abreise in die Flitterwochen wird sie im Auftrag von Schurke Blofeld erschossen. Traurig in die Kamera blicken durfte damals George Lazenby, der einzige Bond-Darsteller, der diese Rolle nur in einem Film spielte.

Im echten Leben war Rigg übrigens zwei Mal verheiratet, mit einem israelischen Maler und später mit einem schottischen Großgrundbesitzer. Aus letzterer Beziehung stammt ihre Tochter Rachael Stirling, mit der Rogg für eine 2013 ausgestrahlte Folge des Briten-Kults "Doctor Who" vor die Kamera trat. Autor Marc Gatiss ("Sherlock Holmes") schrieb diese Folge extra für Mutter und Tochter.

Matriarchin in "Game of Thrones"

Das erste Foro dieses Artikels zeigt die britische Darstellerin so, wie viele Fans sie heute kennen: Als Oleanna Tyrell, Strippenzieherin mit Herz. Diese schöne Nebenrolle spielte sie in 18 Episoden des internationalen Megaerfolgs von 2013 bis 2017.

Zur Dame ernannt - oder genauer zum "Dame Commander of the British Empire" wurde sie von der Queen von England im Jahr 1994

Veröffentlich am 11.09.2020
Aktualisiert am 23.09.2020