Für Schätzing ist die Serie "zusammengeschusterter Unsinn"

"Der Schwarm": Frank Schätzing kritisiert ZDF-Serie scharf - "es pilchert" 

15.02.2023 um 21:21 Uhr

Frank Schätzing, der Schöpfer des Science-Fiction-Thrillers "Der Schwarm", ist offenbar alles andere als begeistert von der Verfilmung als ZDF-Serie. In einem Interview findet er deutliche Worte der Missbilligung.

Frank Schätzing (65), dem Schöpfer des weltweit erfolgreichen Science-Fiction-Thrillers "Der Schwarm" (2004), gefällt dessen serielle Adaption offenbar nicht wirklich. Seine Kritikpunkte an der achtteiligen ZDF-Verfilmung, die ab 6. März in der Primetime ausgestrahlt wird, äußerte er im Interview mit der am Donnerstag erscheinenden Wochenzeitung "Die Zeit".

Laut Vorabmeldung sei die Serie erzählerisch "grundfalsch", "zusammengeschusterter Unsinn" und "ohne aktuelle Relevanz". Weiter kommentiert der Kölner Schriftsteller: "Manches ist kinoreif, anderes rühr- und redseliges Beziehungskisten-TV. Es pilchert mehr, als es schwärmt. Gute Schauspielerriege, aber unterfordert." Zudem sei die "globale Dimension der Bedrohung nicht spürbar, von Aktualität oder einer intelligenten Alien-Strategie ganz zu schweigen". Zusammenfassend sagt Schätzing: "Man hätte dem Narrativ des Romans mehr vertrauen sollen, der Maximaleskalation des Thrillers."

Schätzing über die Zusammenarbeit mit dem Produktionsteam

Auch zur Zusammenarbeit mit dem Produktionsteam um Frank Doelger ("Game of Thrones") findet Schätzing deutliche Worte. Anfang war er Teil des Teams, aufgrund von inhaltlichen Differenzen zog er sich dann aber zurück.

"Am Ende wollte er den 'Schwarm' im Alleingang erzählen, nur nach seinen Vorstellungen", erinnert sich Schätzing in dem Interview. "Ich bin ausgestiegen, in der Hoffnung, dass mich das Resultat trotz allem begeistern wird. Tut es nicht", sagt er.

Darum geht es in der Serienverfilmung

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Im internationalen Cast sind unter anderem Leonie Benesch (31), Barbara Sukowa (73), Oliver Masucci (54), Klaas Heufer-Umlauf (39) und Franziska Weisz (42) zu sehen.

Noch vor Bekanntwerden der Kritikpunkte des Autors erklärte Produzent und Showrunner Frank Doelger dem Sender zu dem Serienprojekt:

"Mir wurde auch klar, wie schwierig es sein würde, die 900 Seiten lange Auseinandersetzung mit den Naturphänomenen, die die Geschichte vorantreiben, in eine fesselnde, charakterzentrierte Serie zu verwandeln." Entscheidend für ihn sei gewesen, "dass ich mir die Serie als einen 'Monsterfilm' vorstellte, in dem sich die Protagonisten bewusst sind, dass da draußen irgendetwas lauert, aber nicht genau wissen, was". Die Existenz des Monsters sollte "von Beginn an angedeutet, aber erst ganz am Ende offenbart werden".

Doelger fasst zusammen: "Ein Monsterfilm also, in dem wir feststellen, dass wir die Monster sind. Das war die Herausforderung, die wir an uns gestellt haben."

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