Jetzt neu in der Mediathek

Die ARD wird komisch - und startet 6 Serien

24.03.2022 um 12:13 Uhr

Jasna Fritzi Bauer steht in sorbischer Tracht auf der Bühne und singt gefühligen Schlager. Die erste Szene aus "Straight Outta Crostwitz", einer von sechs Web-Dramödien, die man jetzt in der ARD-Mediathek streamen kann.

Natürlich gab's  bei den ARD-Sendern schon früher Comedy-Serien. Diese sechs neuen sind aber schon speziell. Einige wurden vom WDR produziert, einige vom MDR. Alle sind gut besetzt, machen mit origineller Story neugierig, sind nur online zu sehen und mit Folgen um die 10 Minuten kurz, Bestens geeignet für den Serien-Snack zwischendurch.

Keine schlechte Idee. Schauen wir mal, was geboten wird.

Straight Outta Crostwitz

Das ist sie, die oben erwähnte Serie in der Jasna Fritzi Bauer - sonst Tatort-Kommissarin in Bremen und  mehr - eine sorbische Schlagersängerin spielt, die mit ihrem Vater bei Feiern in und um das sorbische Crostwitz auf der Bühne steht. Und das nicht gerne. denn eigentlich fühlt sie sich zum Rappen berufen und dank ihres Bruders bekommt sie gleich am Ende der ersten Folge (siehe Video oben) eine Chance ihr Talent zu beweisen. Lässt sich gut an, die MDR-Serie. Wie gut die sorbische Kultur repräsentiert wird, können wir nicht beurteilen. Aber Bauer überzeugt, ihre Kolleg*inne auch und man drückt "Sorbski MC" feste die Daumen.

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Saubere Sache

Dauert, bis die Wäsche im Salon fertig ist. Was in dieser WDR-Serie zur Folge hat, dass Paula (Cristina do Rego) und Juri (Ben Münchow) dort regelmäßig Zeit haben, die großen und kleinen Fragen des Lebens zu verhandeln. Sich dabei vielleicht auch näherzukommen. Das mit der Philosophiererei fühlt sich aber oft eher konstruiert als authentisch an. Nett ist's irgendwie trotzdem und man kann sich auf den einen und anderen bekannten Gaststar wie Benno Fürmann und Caroline Frier freuen. (Achtung, die Folge im Video oben ist die fünfte, bei Interesse also besser mit der ersten starten)

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Die Pflegionärin

Eine MDR-Serie über eine Pflegerin in Thüringen, die überlastet durch die Gegend saust, um alten und kranken Menschen zu helfen und deren Alltag aus den nicht so hübschen Dingen des lebens besteht? Halleluja. Die Hauptfigur ist eine Schwarze Frau? Noch besser. On top das eine oder andere prominente Gesicht wie Iris Berben ... klingt nach einem Volltreffer. Wir finden die Idee großartig, die Umsetzung aber leider etwas hölzern. Liegt auch am ständigen Erklär-Dialog der Pflegerin Caro Lacher (Benita Bailey) mit uns Zuschauer*innen. Oder daran, dass es am Ende doch alles witzig sein soll. Trotzdem: Ehrenwertes und wichtiges Unternehmen. (Achtung, die Folge im Video oben ist die dritte, bei Interesse also besser mit der ersten starten)

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Muspili

Die schräge Story dieser WDR-Produktion verraten wir Euch wörtlich laut Pressemitteilung: "Fina (Josefine Preuß) ist bipolar, frisch geschieden und Mutter einer fünfjährigen Tochter. Sie ist fest entschlossen, sich mit allen Mitteln das verlorene Sorgerecht für ihre Tochter zurückzuholen. Ove (Tristan Seith) ist Anfang 40 und ein waschechter Verschwörungstheoretiker. Er sucht eine Freundin und sieht sich als alleinigen Kämpfer gegen die Ausbreitung der dunklen Energie. Beim ersten gemeinsamen Dinner-Date der zwei Außenseiter wird Schnitzel gegessen. Doch von der bevorstehenden Katastrophe ahnt keiner der beiden etwas. Die Situation eskaliert völlig unerwartet und läuft schließlich aus dem Ruder." Na dann.Auf jeden Fall mutig - auch wenn ein bisschen weniger skurrile Zuspitzung hier mehr gewesen wäre.

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All in

Die an der Filmakademie Baden-Württemberg gedrehte Serie erzählt von Jamu (Daniel Popat), der Schwierigkeiten steckt, weil seine Aufenthaltserlaubnis abgelaufen und seinem Kumpel Uwe (Heiko Pinkowski), den seine Frau vor die Tür gesetzt. Die beiden passionierten Automatenzocker kommen auf eine unkonventionelle Lösung für ihre Probleme. Vielleicht die provokativste und debste Produktion unter den sechs Mediatheken-Neuzugängen.

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Ollewitz

Die verlorene Tochter und Schwester (Cordelia Wege) kehrt zurück ins Dorf am Braunkohleabgrund, aus dem sie vor Jahren geflüchtet ist. Hier gibt's keine Läden mehr, die Jungen hauen ab und es passiert nicht viel, außer ein bisschen Fußball und viel Frust. Doch Familiengeheimnisse sorgen plötzlich für Drama. Auch eine interessante Geschichte. Nur chade, dass die im Dorf Gebliebenen so arg dusselig dargestellt werden.

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